Kein Ort für rechte Propaganda – Naziaufmarsch blockieren!

Am 15. Februar wollen Neonazis vom Bahnhof aus durch Cottbus marschieren. Anlass ist der 66. Jahrestag der Bombardierung des Bahnhofs der Stadt. Das gesellschaftlich breite Bündnis „Cottbus Nazifrei!“ stellt sich der Verdrehung der Geschichte entgegen und ruft zu einer friedlichen Blockade auf.

„Wir sind der Meinung, dass Neonazis, als ideelle Nachfahren der menschenverachtenden Ideologie, kein Recht auf solche Veranstaltungen haben! Deshalb wollen wir uns der Verklärung der Geschichte entgegen stellen“ erklärt Angelika Müller (21), Studentin, vom Bündnis Cottbus Nazifrei!

Bereits im Jahr 2010 fand in Cottbus ein rechter Aufmarsch statt. Er reiht sich in ein in bundesweite Bestrebungen der Neonazis, die Geschichte für ihre Zwecke umzudeuten. Es soll ein „Opfermythos“ etabliert werden, der Nazideutschland vornehmlich als Opfer und nicht als Täter sieht. Auch in Cottbus versuchen Neonazis die Geschichte öffentlich zu verklären.

Es wird den historischen Tatsachen nicht gerecht, den Luftangriff auf Cottbus völlig isoliert zu betrachten und einseitig als Angriff auf die Bevölkerung darzustellen. Der Angriff galt in erster Linie der Kriegsinfrastruktur. Krieg, Holocaust, Massenvernichtung und Terror gegen die Menschen im In- und Ausland gingen von deutschem Boden aus! Dieser Zusammenhang muss auch in der offiziellen Gedenkkultur stärker berücksichtigt werden.

Mit den friedlichen Massenblockaden verlässt das Bündnis den Rahmen des symbolischen Protests und stellt sich den Nazis entgegen. Damit schließen wir an das zivilgesellschaftliche Engagement der Menschen in anderen Städten an. Dresden, Halbe, Bernau, Strausberg und Jena zeigen, dass es möglich ist, Naziaufmärsche friedlich zu verhindern.

„Die Blockade ist eine legitime Protestform des zivilen Ungehorsams. Wir wollen den Aufmarsch der Neonazis verhindern! Dazu laden wir alle Menschen herzlich ein“, so Angelika Müller. Der friedliche Widerstand richtet sich ausdrücklich gegen die Neonazis und deren Geschichtsbild, nicht gegen die Polizei! Müller weiter: „Unser Ziel, uns den Nazis entgegen zu stellen, eint uns über alle sozialen, politischen und kulturellen Unterschiede hinweg. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns den Naziaufmarsch friedlich verhindern wollen.“

Zur Vorbereitung der Blockade finden am Donnerstag, den 10. Februar, um 17 Uhr, ein öffentliches Blockadetraining und eine Pressekonferenz statt. Hier wird es auch die Möglichkeit weiterer Bildberichterstattung geben.

Das Bündnis „Cottbus Nazifrei!“ wird u.a. unterstützt von verschiedenen Einzelpersonen und attac Cottbus, JuSos Brandenburg, IG Metall Cottbus, Antifa Cottbus, StuRa der BTU, DGB Jugend Berlin-Brandenburg, Linksjugend [´solid] Brandenburg.

Weitere Informationen: Cottbus-nazifrei.info, kontakt@cottbus-nazifrei.info

Sprecher_innenrat: Angelika Müller, Telefon 0176 - 58 28 39 22