09.06.2013 - Workshop: Wie schreibe ich Gefangenen?

Die Rote Hilfe lädt zum Briefe schreiben.
+++ 9. Juni 2013 +++ 10 Uhr +++ Zelle79 +++

Es gibt heute innerhalb der Linken wohl kaum Menschen, Gruppen oder Organisationen, die sich im Laufe der Zeit nicht durch staatliche Repression in ihrer politischen Tätigkeit verfolgt oder behindert sahen. Gerade klassenkämpferische und antikapitalistische Organisierung die sich nicht zu Kompromissen und Zugeständnissen an das kapitalistische System hinreißen lässt, wird auf kurz oder lang mit staatlicher Repression konfrontiert. Gefängnisse sind nur die letzte Stufe des repressiven Systems, dessen einzige Aufgabe es ist, eine Gesellschaft, die auf Ausbeutung, Unterdrückung und Kontrolle basiert, aufrecht zu erhalten. Unser Kampf darf nicht bei den Gefängnismauern aufhören und wir dürfen gerade diejenigen die aufgrund ihrer politischen Tätigkeiten und Überzeugungen hinter Gittern sitzen nicht vergessen und alleine lassen. Dabei kann es für uns keine Rolle spielen ob sie im Sinne des bürgerlichen Gesetzbuchs “schuldig” oder “unschuldig” sind. Sie sind ein Teil von uns, sie sind unsere Genossinnen und Genossen und brauchen unsere Solidarität. Betroffen ist eine*r – gemeint sind wir alle! Eine der wenigen Abwechslungen und freudigen Ereignisse im Knastalltag ist die Zeit, wenn die Post kommt. Für uns „draußen“ ist das Schreiben von Briefen eines der stärksten Mittel, um Gefangenen unsere Solidarität zu zeigen und ein kleines Stück weit ihre Isolation zu durchbrechen. Deshalb laden wir euch am 09. Juni in die Zelle79 zum Workshop „Wie schreibe ich Gefangenen?“ ein. Beginn ist um 10:00 Uhr. In dem Workshop wird es zuerst ein paar Tipps und Hinweise zum Briefe schreiben in den Knast geben und erklärt warum das so wichtig ist. Gemeinsam wollen wir dann mit euch die ersten Briefe verfassen und Unsicherheiten und Fragen klären. Adressen, Umschläge, Postkarten, Papier, Stifte und Briefmarken werden bereitliegen.