Rechter Angriff auf das Chekov

Cottbus – Gewalttätiger Übergriff auf Jugendeinrichtung Chekov

In der Nacht zum vergangenen Samstag kam es zu einem gewaltsamen Übergriff auf die Cottbuser Jugendeinrichtung Chekov in der eine private Feier von AbsolventInnen der medizinischen Fachschule stattfand. Eine Person wurde verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die maskierten Täter stammen scheinbar aus dem rechten gewaltbereiten Spektrum.

Am Freitagabend feierte eine Gruppe von AbsolventInnen der medizinischen Fachschule im Chekov in der Spremberger Vorstadt. Gegen Mitternacht näherte sich der Location am Strombad eine Gruppe von ca. 20 Männern über den Stadtring. Schon aus einiger Entfernung skandierten die vermummten Personen Parolen wie „Ihr Scheißzecken“ und bewegten sich dann zügig auf das Gelände zu. Im Umfeld des Chekov wurden später zahlreiche rechte Aufkleber, u.a. mit „No Asyl“ gefunden.

„Von der einen auf die andere Sekunde standen 20 maskierte junge Männer vor uns. Wir wussten gar nicht wie uns geschieht, es ging alles so schnell. Dann schlug einer der Männer meiner Freundin ins Gesicht.“, beschreibt eine der Anwesenden den Übergriff.

Während des Angriffs wurden andere PartyteilnehmerInnen beleidigt und einer der angreifenden Männer trat den Zaun des Geländes ein. Auf die feiernde Gruppe wurden Flaschen geworfen und ihnen die Getränke aus der Hand geschlagen. Eine junge Frau schaltete zu diesem Zeitpunkt die Polizei ein. Dies veranlasste die angreifenden Personen den Rückzug anzutreten.
Die junge Frau musste in Folge des Angriffes zur Vorsorge ins Krankenhaus gebracht werden. Im Laufe der Nacht wurde bereits Anzeige gegen Unbekannt gestellt und die Polizei konnte bereits einige Tatverdächtige ausmachen, welche zum Teil schon wegen Gewaltdelikten als auch politisch rechts motivierten Taten bekannt sind.

Das Chekov wird vom Verein zur Förderung subkultureller Aktivitäten e.V. ehrenamtlich betrieben. Bereits seit vielen Jahren ist es ein Ort vielfältiger Begegnungen, für Konzerte, Partys und auch entspannte Zusammenkünfte. Die Einrichtung wird sowohl vom Jugendhilfe Cottbus e.V. als auch der Stadt Cottbus gefördert.

„Schon seit Jahrzehnten bieten wir den CottbuserInnen einen Freiraum und fördern vor allem das Zusammenkommen unterschiedlichster Subkulturen. Für uns steht fest, dass dieser Angriff politisch motiviert war, doch wir lassen uns davon nicht einschüchtern. Unsere Arbeit ist wichtig und wir werden auch in Zukunft weitermachen.“, stellt Marie-Kristin Lieske vom Verein zur Förderung subkultureller Aktivitäten e.V. fest.