Residenzpflicht – Invisible Borders vom 08. bis 21.11.2010 im IKMZ

Zeitraum:
08.11. - 21.11.2010

Ort:
Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) der BTU Cottbus
Karl-Marx-Straße 53
03044 Cottbus

Öffnungszeiten:

Montag – Freitag: 09.00 - 22.00 Uhr
Samstag: 09.00 - 13.00 Uhr
Sonntag: 17.00 - 22.00 Uhr

Eintritt frei.

Web:
www.invisibleborders.de


Für Flüchtlinge im Asylverfahren oder mit Status der Duldung existieren in Deutschland an alltäglichen Orten unsichtbare Grenzen. Sie dürfen sich zum Beispiel nur innerhalb eines ihnen zugewiesenen Bereiches bewegen. Die Ausstellung "Residenzpflicht – Invisible Borders" dokumentiert die Produktion solcher Grenzen, die durch sie verursachte Raumwahrnehmung und Strategien, diese zu überwinden.

In einer begehbaren Installation aus Infowänden, Architekturmodellen, Audio- und Videoinstallationen vermittelt die Ausstellung einen Eindruck vom beklemmenden Alltag von Flüchtlingen in Deutschland.
Die Ausstellung beschreibt die abstrakten Techniken zur Überwachung von Raum und Bewegung, wie etwa der Beschränkung des Aufenthalts für Flüchtlinge im Asylverfahren oder mit Duldung auf den jeweiligen Landkreis oder das Bundesland – die so genannte Residenzpflicht. Ausführlich kommen auch die Betroffenen selbst zu Wort. Sie berichten nicht nur, was es bedeutet, der deutschen Ausländerpolitik ausgesetzt zu sein, sondern zeigen darüber hinaus auf, wo im Alltag Widerstand geleistet werden kann und muss. Dieser doppelte Zugang ermöglicht es auch Menschen, die nicht selbst von der Residenzpflicht betroffen sind, deren Auswirkungen nachzuvollziehen und das Ausmaß der Ausgrenzung zu begreifen.

Die Ausstellung konnte nach ihrer Zerstörung durch einen Brandanschlag auf das Haus der Demokratie in Zossen im Januar durch tatkräftige Unterstützung erneut aufgebaut werden. Im Sommer wurde sie im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin wiedereröffnet.

Programm:

Do., 11.11.2010 - 20Uhr | QuasiMono
Wie ein Strich durchs Leben – Filme zu Flucht und Asyl

In insgesamt vier Filmen wird das Thema Flucht und Asyl aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.


Mama
[9min. / Maman Salissou Oumarou / 2008]

Der Kurzfilm handelt von einem Asylbewerber, der seine Mutter im Niger anruft. Ein Gespräch zwischen den Welten – denn Mama versteht die deutschen Asyl-Regelungen nicht.

Freedom of Movement
[51min. / Umburch Bildarchiv / 2005]

Die Dokumentation „Freedom of Movement“ beleuchtet das Thema Residenzpflicht aus verschiedenen Perspektiven. Sie zeigt u.a. Impressionen von Demonstrationen und Aktionstagen sowie Interviews mit Flüchtlingen, gegen die Gerichtsverfahren wegen Verstoß gegen die Residenzpflicht laufen.

Wie ein Strich durchs Leben – Als geduldete Jugendliche in Deutschland

[45min. / Rebekka Schaefer / 2006]

Ein authentisches Portrait über die Jugendliche Meryem Kaymaz aus dem Libanon. Nach 10 Jahren Aufenthalt in Deutschland wird ihrer Familie die Aufenthaltserlaubnis entzogen. Der Film liefert interessante Informationen über die besondere Situation jugendlicher Asylbewerber.

Asylmärchen
[16min. / Joseph Guimatsia / 2008]

Die Dokumentation über die menschenunwürdigen Lebensverhältnisse in den Flüchtlingsheimen Belzig, Cottbus und Garzau thematisiert insbesondere die Situation von Flüchtlingen in der BRD nach dem Inkrafttreten des neuen Zuwanderungsgesetzes von 2005.


Mo., 15.11.2010 – 20 Uhr | QuasiMono

Vortrag zu europäischer Migrationspolitik

Immer weniger Flüchtlingen gelingt es nach Deutschland oder in westeuropäische Staaten zu gelangen, obwohl Fluchtgründe - etwa die Hoffnung, einen Ausweg aus der manifesten Armut zu finden - nach wie vor bestehen. Es ist für viele Migrant_innen wesentlich komplizierter geworden, eine erfolgreiche Fluchtroute zu finden. Die “EU-Festungspolitik“ zieht ihre Burggräben schon in Nordafrika, Asien und im gesamten Mittelmeerraum. Mit dem reichen Erfahrungsschatz westeuropäischer Staaten an menschenverachtenden Maßnahmen gegen Flüchtlinge wird auch in Ländern wie Rumänien und der Ukraine die Grenzabschottung massiv vorangetrieben. Dabei spielen die EU-Grenzbehörde Frontex sowie die IOM (Internationale Organisation für Migration) eine maßgebliche Rolle.