Christopher Street Day 2013

Hier ist unser Redebeitrag zum Cottbuser Christopher Street Day 2013.


Farbenreich
Wie Milliarden Facetten
Die sich im steten Miteinander
Sang- und klangvoll verketten

Gehen wir heut
Durch die Cottbusser Straßen
Feiern die Vielfalt
Die wir vom Leben erwarten

Und wir feiern heut auch, um zu zeigen
Dass jene, die meinen
Es wäre ein Verbrechen
Anders als sie zu sein

Im Unrecht sind
Große Macht steht niemandem zu
Der Anderen Menschen Ihre Freiheiten nimmt

Denn wie bitter
Ist dann bitteschön das
Nicht frei lieben zu können
Weil's jemand andrem nicht passt

Und das, obwohl
Diese Herzen schlagen
Sich einander zuwenden
Und zu öffnen sich wagen

Wer hat da bitte was zu sagen
außer denen, die sind
wie in Symbiose verbunden
Eben scheinbar füreinander bestimmt

Die Antwort ist klar
Und doch begeht Mensch die Schmach
geht 5 Schritte zurück
weil er das Gestern vergaß

Aus Unterdrückung folgt Wut
Da brauchen wir nicht drüber reden
Und die gleichgeschlechtliche Liebe
Ist auch ein Teil vom Leben

Ein Teil vom Leben. Ein Teil des Lebens, ein Teil der Realität ist aber leider auch die Homophobie. Die Angst vor dem anders sein, die Angst vor dem, was die Menschen nicht verstehen. Angst, die dazu führt, andere zu unterdrücken und Gesetze zu verabschieden, die wie Mauern um das eigene Weltbild herum errichtet werden.Wie in Frankreich, wo eine Million Menschen gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe demonstrierten. Wie in Russland, wo bereits die positive Erwähnung von Homosexualität in Gegenwart von Minderjährigen unter gesetzlicher Strafe steht. Wo 6 für die Gleichberechtigung demonstrierende Menschen von 500 anderen brutal angegriffen wurden. Wie in Saudi-Arabien, wo im Jahr 2007 laut Queer.de zwei Männer wegen Geschlechtsverkehrs zu 7000 Peitschenhieben verurteilt wurden. Wie in den meisten Ländern der Welt, in denen Homosexualität, Transgenderismus und Bisexualität gesellschaftlich verachtet sind; und wie in der Hälfte aller Länder dieser Welt, in denen diese Lebensweisen sogar illegal sind und im höchsten Fall mit dem Tod bestraft werden können.

Als einen Teil des Lebens wollen wir vom "Verein Für Ein Multikulturelles Europa" die Selbstbestimmung der eigenen Lebensweise akzeptiert und respektiert wissen. Seit 1994 engagiert sich der Verein für die friedliche Begegnung, Interaktion und Kommunikation zwischen Jugendlichen und will menschenverachtenden Ideen entgegenwirken. Homophobie ist menschenverachtend, da sie die freie Entfaltung der Persönlichkeit anderer zu unterdrücken versucht und somit unmöglich macht. Das Argument, dass gleichgeschlechtliche Liebe unnatürlich sei, weil sie keine Kinder hervorbringe, ist nach unserer Meinung irrelevant, da wir über unsere sexuelle Orientierung nicht entscheiden können und es als Ungerechtigkeit empfinden, Menschen aufgrund dieser nicht als gleichberechtigt anzuerkennen.

Deshalb solidarisieren wir uns mit allen Menschen, die der Angst entgegentreten; der Angst vor dem anders sein; der Angst vor dem, was die Menschen nicht sofort verstehen. Wir feiern die Farben des Lebens, denn wir sind Menschen, und ihr seid es auch.