Pressemitteilung von Cottbus Nazifrei! und dem Verein für ein multikulturelles Europa e.V.

+++ Linksextremismus-Vorwürfe seitens einzelner Stadtverordneter
+++ Spaltung emanzipatorischer Kräfte darf nicht zugelassen werden
+++ Offener Brief als Antwort gegen Vorwürfe von Verein und Bündnis verfasst


Das Bündnis Cottbus Nazifrei! und der Verein für ein multikulturelles Europa e.V. wenden sich in einem Brief erstmals an die Öffentlichkeit, nachdem Linksextremismus-Vorwürfe geäußert wurden. Die Ehrenamtlichen der beiden Organisationen fordern darin die emanzipatorische Bewegung in Cottbus nicht zu spalten. Gemeinsam mit anderen Akteuren in der Stadt wollen sie weiterhin gegen Rechtspopulismus und Neonazis aktiv sein.

Die Stadtverordneten Jürgen Maresch (parteilos, ehem. Die Linke) und Wolfgang Bialas (CDU) haben in der Stadtverordnetenversammlung Linksextremismus-Vorwürfe gegen den Verein für ein multikulturelles Europa e. V. sowie gegen das Bündnis Cottbus Nazifrei! vorgebracht. Der Verein sah sich daraufhin gezwungen, den Antrag für eine jahrelang gezahlte Unterstützung vom Jugendamt zurück zu ziehen. Maresch fordert des Weiteren die Stadt dazu auf, die Zusammenarbeit mit dem Bündnis Cottbus Nazifrei! aufzugeben. Beide Initiativen sollen sich vom „Linksextremismus“ distanzieren, um Sanktionen zu vermeiden. „Wir haben jahrelang eine
finanzielle Unterstützung für unsere vielfältigen Projekte seitens des Jugendamtes erhalten. Durch die Vorwürfe können wir diese Projekte nur noch schwer verwirklichen“, so Maria Schneider vom Multikulti-Verein.

Das Bündnis Cottbus Nazifrei! und der Verein arbeiten eng zusammen und sind für die alternative Jugendkultur in Cottbus unverzichtbar. Im Bezug auf die Arbeit gegen faschistische Strukturen konnte in Cottbus schon viel erreicht werden. Die Proteste am 15. Februar sind dafür beispielhaft. Die gute Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Cottbuser Aufbruch und der Stadt ist zudem ein landesweites Vorzeigeprojekt. „‘Cottbus bekennt Farbe‘ sollte auch weiterhin wegweisend im Kampf gegen Neonazis und rassistische Hetze sein. Wir sind froh, dass in Cottbus eben keine Sächsischen Verhältnisse herrschen“, meint Luise Meyer von Cottbus Nazifrei!

Besonders in der aktuellen Situation einer erstarkenden Rechten in Deutschland ist es wichtig, diese Zusammenarbeit nicht zu gefährden. Alle demokratischen Kräfte müssen im Kampf gegen Organisationen wie Pegida, die AfD und vermeintlich „besorgte und heimatverbundene Bürgerbewegungen“ zusammen halten und ihre rassistische Hetze sowie Rückwärtsgewandtheit entkräften und aufdecken.